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KALLE
Wenn meine Mutter nichts gehabt hat, keine Butter, hat sie uns Humor aufs Brot gestrichen. Er schmeckt nicht schlecht, sättigt aber nicht.

ZIFFEL
Bei Humor denk ich immer an den Philosophen Hegel, vondem ich mir in der Bibliothek einiges geholt habe, damit ich Ihnen philosophisch gewachsen bin.

KALLE
Erzählens mir drüber. Ich bin nicht gebildet genug daß ich ihn selber les.

ZIFFEL
Er hat das Zeug zu einem der größten Humoristen unter den Philosophen gehabt, wie sonst nur noch der Sokrates, der eine ähnliche Methode gehabt hat. Aber er hat anscheinend Pech gehabt und ist in Preußen angestellt worden, und so hat er sich dem Staat verschrieben. Ein Augenzwinkern ist ihm aber,so weit ich sehen kann, angeboren gewesen wie ein Geburtsfehler und er hats gehabt bis zu seinem Tod, ohne daß es ihm zum Bewußtsein gekommen ist, hat er immerfort mit den Augen gezwinkert, wie ein anderer einen ununterdrückbaren Veitstanz hat. Er hat einen solchen Humor gehabt, daß er sichso etwas wie Ordnung z. B. gar nicht hat denken können ohne Unordnung. Er war sich klar, daß sich unmittelbar in der Nähe der größten Ordnung die größte Unordnung aufhält, er ist so weit gegangen, daß er sogar gesagt hat : an ein und demselben Platz ! Unter Staat hat er etwas verstanden, was dort entsteht, wo die schärfsten Gegensätze zwischen den Klassen auftreten, so daß sozusagen die Harmonie des Staats von der Disharmonie der Klassen lebt. Er hat bestritten, daß eins gleich eins ist, nicht nur indem alles, was existiert und unaufhaltsam und unermüdlich in was anderes übergeht und zwar in sein Gegenteil, sondern weil überhaupt nichts mit sich selber identisch ist. Wie jeden Humoristen hat ihn besonders interessiert, was aus den Dingen wird. Sie kennen den Berliner Ausruf : »Du hast dir aber verändert, Emil!« Die Feigheit der Tapfern und die Tapferkeit der Feigen hat ihn beschäftigt, überhaupt das, daß alles sich widerspricht und besonders das Sprunghafte, Sie verstehen, daß alles ganz ruhig und pomadig vorgeht und plötzlich kommt der Krach. Die Begriffe haben sich bei ihm immerfort aufm Stuhl geschaukelt, was zunächst einen besonders gemütlichen Eindruck macht, bis er hintüberfällt.
Sein Buch »Die große Logik« habe ich einmal gelesen, wie ich Rheumatismus hatte und mich selbst nicht bewegen konnte. Es ist eines der größten humoristischen Werke der Weltliteratur. Es behandelt die Lebensweise der Begriffe, dieser schlüpfrigen, unstabilen, verantwortungslosen Existenzen ; wie sie einander beschimpfen und mit dem Messer bekämpfen und sich dann zusammen zum Abendessen setzen, als sei nichts gewesen. Sie treten sozusagen paarweise auf, jeder ist mit seinem Gegensatz verheiratet, und ihre Geschäfte erledigen sie als Paare, d. h. sie unterschreiben Kontrakte als Paar, führen Prozesse als Paar, veranstalten Überfälle und Einbrüche als Paar, schreiben Bücher und machen eidliche Aussagen als Paar, und zwar als völlig unter sich zerstrittenes, in jeder Sache uneiniges Paar ! Was die Ordnung behauptet hat, bestreitet sofort, in einem Atem womöglich, die Unordnung, ihre unzertrennliche Partnerin. Sie können weder ohne einander leben noch miteinander.

KALLE
Handelt das Buch nur von solchen Begriffen ?

ZIFFEL
Die Begriffe, die man sich von was macht, sind sehr wichtig. Sie sind die Griffe, mit denen man die Dinge bewegen kann. Das Buch handelt davon, wie man sich unter die Ursachender vorgehenden Prozesse einschalten kann. Den Witz einer Sache hat er die Dialektik genannt. Wie alle großen Humoristen hat er alles mit todernstem Gesicht vorgebracht. Wo haben Sie übrigens von ihm gehört ?

KALLE
In der Politik.

ZIFFEL
Das ist auch einer von seinen Witzen. Die größten Aufrührer bezeichnen sich als die Schüler des größten Verfechters des Staates. Nebenbei, es spricht für sie, daß sie Humor haben. Ich habe nämlich noch keinen Menschen ohne Humor getroffen, der die Dialektik des Hegel verstanden hat.

KALLE
Wir haben uns sehr interessiert für ihn. Wir haben Auszüge von ihm bekommen. Man muß sich bei ihm an die Auszug halten wie bei den Krebsen. Er hat uns interessiert, weil wir so viel gesehen haben, was so einen Witz gehabt hat, wie Sie ihn beschreiben. Daß z. B. bei denen von uns, die ausm Volk waren und in die Regierung gegangen sind, so komische Veränderung vorgekommen sind, indem sie in der Regierung nicht mehr ausm Volk, sondern in der Regierung waren. Zum ersten Mal hab ich das Wort 1918 gehört. Da war die Macht von dem Ludendorff so groß wie nie zuvor, er hat seine Nase in alles stecken können, die Disziplin war eisern, alles hat nach tausend Jahr ausgesehn und grad da warens nur noch Tage, und dann hat er eine blaue Brill auf die Nasen gesetzt und ist über die Grenze gegangen, statt einer neuen Armee, wie er geplant gehabt hat. Oder nehmen Sie einen Bauern beider Landagitation, die wir gemacht haben. Er ist gegen uns gewesen, weil er gesagt hat, wir wollen ihm alles wegnehmen, aber dann haben ihm die Bank und die Gutsbesitzer alles weggenommen. Einer hat mir gesagt : das sind die ärgsten Kommunisten. Wenn das nicht ein Witz ist !

ZIFFEL
Die beste Schul für Dialektik ist die Emigration. Die schärfsten Dialektiker sind die Flüchtlinge. Sie sind Flüchtlinge infolge von Veränderungen und sie studieren nichts als Veränderungen. Aus den kleinsten Anzeichen schließen sie auf die größten Vorkommnisse, d. h. wenn sie Verstand haben. Wenn ihre Gegner siegen, rechnen sie aus, wieviel der Sieg gekostet hat, und für die Widersprüche haben sie ein feines Auge. Die Dialektik, sie lebe hoch !

KALLE
Quand ma mère n’avait rien, pas un gramme de beurre, elle nous tartinait de l’himour sur le pain. C’est pas mauvais, mais ça ne rassasie guère.

ZIFFEL
Dès qu’on parle d’humour, je pense au philosophe Hegel. J’ai emprunté quelques-uns de ses ouvrages à la bibliothèque pour être, philosophiquement, à votre hauteur.

KALLE
Parlez-moi de ce Hegel. Je ne suis pas assez cultivé pour le lire moi-même.

ZIFFEL
Il avait l’étoffe d’un des plus grands humoristes que la philosophie ait jamais connu ; à part lui, je ne vois guère que Socrate, qui employait d’ailleurs une méthode analogue. Mais il n’a pas eu de chance, semble-t-il : nommé en Prusse, il s’est voué au service de l’État prussien. Pour autant que j’aie pu m’en rendre compte, il avait un tic : il clignait de l’œil, un défaut de naissance en somme, qui lui est resté jusqu’à sa mort ; sans en avoir jamais eu conscience, il clignait de l’œil continuellement, comme d’autres sont atteints d’une irrésistible danse de Saint-Guy. Il avait tant d’humour qu’il était par exemple incapable de penser l’ordre sans le désordre. Il concevait clairement que l’extrême désordre se situe à proximité immédiate de l’ordre le plus strict. Il est allé jusqu’à dire : en un seul et même lieu ! Par État, il entendait quelque chose qui prend naissance là où se manifestent les plus grandes contradictions entre les classes, si bien que l’harmonie de l’État se nourrit, pour ainsi dire, de la disharmonie des classes. Il a contexté que un et un soient identiques, non seulement parce que tout ce qui existe se transforme inéluctablement et inlassablement en quelque chose d’autre, pour tout dire, en son contraire, mais aussi parce qu’il n’est rien d’identique à soi-même. Comme tous les humoristes, il s’est intéressé surtout à la transformation des choses. Vous connaissez l’interjection berlinoise : « Comme tu as changé, Alfred ! » Il s’est occupré de la lâcheté des braves et de la bravoure des lâches ; en général, il a étudié la contradiction que toute chose implique, et en particulier, la mutation brusque. Vous voyez ce que je veux dire : les choses vont leur petit traintrain bien flegmatiquement et tout d’un coup c’est la culbute. Chez lui, les concepts ne cessent de se balancer sur leur chaise, ce qui procure tout d’abord une impression très agréable, jusqu’à ce que la chaise tombe à la renverse. Son livre, La grande logique, je l’ai lu un jour que je souffrais de rhumatismes et que je ne pouvais moi-même bouger ni pied ni patte. C’est un des plus grands livres d’humour de la littérature mondiale. Il traite du mode d’existence des concepts : ces êtres instables, irresponsables, qui vous glissent entre les doigts ; il montre comment ils s’injurient les uns les autres et se battent au couteau avant de s’asseoir pour dîner à la même table comme si de rien n’était. Ils se manifestent pour ainsi dire par couple, chacun d’eux est marié à son contraire, et leurs affaires, ils les expédient en tant que couples : c’est le couple qui signe des contrats, le couple qui engage des procès, le couple qui organise des agressions et des cambriolages, le couple qui écrit des livres et fait des déclarations sous serment ; ils agissent toujours à deux, tout en étant en perpétuelle zizanie et divisés sur toute chose ! Ce qu’affirme l’ordre, son inséparable partenaire, le désordre, le conteste aussitôt, si possible d’une même voix. Ils ne peuvent vivre l’un sans l’autre ni l’un avec l’autre.

KALLE
Est-ce que tout le livre ne traite que de ces concepts-là ?

ZIFFEL
C’est très important. Les concepts qu’on se fait des choses, ce sont des prises qu’on a sur elles et qui permettent de les changer. L’ouvrage explique comment s’insérer dans l’enchaînement causal des processus en cours. L’ironie des choses, il appelle ça la dialectique. Comme tout grand humoriste, il expose ses idées avec un sérieux mortel. Mais, dires-moi, où avez-vous entendu parler de lui ?

KALLE
En politique.

ZIFFEL
Encore une de ses astuces. Les plus grands révolutionnaires se présentent comme les disciples d’un philosophe qui a été le plus grand défenseur de l’État. Soit dit en passant, ils ont le sens de l’humour, et c’est un bon point pour eux. Jusqu’à présent, je n’ai jamais rencontré d’homme sans humour qui ait compris la dialectique de Hegel.

KALLE
Nous nous sommes beaucoup intéressés à lui. On nous en adonné des extraits. Chez Hegel, il faut s’en tenir aux extraits, c’est comme quand on mange des écrevisses. Il nous intéressait parce que nous avons vu arriver tant de choses qui ne manquaient pas d’ironie, au sens où vous l’entendez ! Par exemple, ceux d’entre nous qui étaient issus du peuple et qui sont entrés au gouvernement, on les a vus changer de façon marrante : une fois au gouvernement, ils n’étaient plus issus du peuple, mais membres du gouvernement. L’ironie de l’histoire, c’est en 1928 que j’ai eu vent de l’expression pour la première fois. Ludendorff était plus puissant que jamais, il pouvait fourrer son nez partout ; une discipline de fer régnait, tout semblait parti pour durer mille ans, et quelques jours plus tard à peine, Ludendorff a chaussé son nez de lunettes noires et a passé la frontière, au lieu de la faire franchir à une nouvelle armée, comme ses plans le prévoyaient. Ou bien prenez ce paysant, pendant la période d’agitation que nous avons organisée à la campagne. Il était contre nous, parce que, disait-il nous voulions tout lui prendre, mais après, ce sont les banques et les gros propriétaires qui lui ont tout pris. Un paysan m’a dit : ce sont eux les pires communistes. Belle ironie, pas vrai ?

ZIFFEL
La meilleure école pour la dialectique, c’est l’émigration. Les dialecticiens les plus pénétrants sont les exilés. Ce sont des changements qui les ont forcés à s’exiler, et ils ne s’intéressent qu’aux changements. De signes infimes, ils déduisent, à condition bien sûr qu’ils soient capables de réfléchir, les événements le splus fantastiques. Si leurs adversaires l’emportent, ils calculent le prix que ceux-ci ont dû payer leur victoire, et pour les contradictions ils ont l’œil. Vive la dialectique !

Bertolt Brecht« Flüchtlingsgespräche »Gesammelte Werke in 20 Bänden chap. 11 : Dänemark oder der Humor / Über die Hegeische Dialektikt. 14Prosa 4[1967 [1961]] Suhrkampp. 1459–1462trad. G. Badia et J. Baudrillard, L’Arche, 1965 (p. 84–87)

DER GROSSE : Das Bier ist kein Bier, was dadurch ausgeglichen wird, daß die Zigarren keine Zigarren sind, aber der Paß muß ein Paß sein, damit sie einen in das Land hereinlassen.

DER UNTERSETZTE :Der Paß ist der edelste Teil von einem Menschen. Er kommt auch nicht auf so einfache Weise zustand wie ein Mensch. Ein Mensch kann überall zustandkommen, auf die leichtsinnigste Art und ohne gescheiten Grund, aber ein Paß niemals. Dafür wird er auch anerkannt, wenn er gut ist, während ein Mensch noch so gut sein kann und doch nicht anerkannt wird.

DER GROSSE :Man kann sagen, der Mensch ist nur der mechanische Halter eines Passes. Der Paß wird ihm in die Brusttasche gesteckt wie die Aktienpakete in das Safe gesteckt werden, das an und für sich keinen Wert hat, aber Wertgegenstände enthält.

DER UNTERSETZTE :Und doch könnt man behaupten, daß der Mensch in gewisser Hinsicht für den Paß notwendig ist. Der Paß ist die Hauptsach, Hut ab vor ihm, aber ohne dazugehörigen Menschen war er nicht möglich oder mindestens nicht ganz voll. Es ist wie mit dem Chirurg, er braucht den Kranken, damit er operieren kann, insofern ist er unselbständig, eine halbe Sach mit seiner ganzen Studiertheit, und in einem modernen Staat ist es ebenso ; die Hauptsach ist der Führer oder Duce, aber sie brauchen auch Leut zum Führen. Sie sind groß, aber irgend jemand muß dafür aufkommen, sonst gehts nicht.

DER GROSSE :Die beiden Namen, die Sie erwähnt haben, erinnern mich an das Bier und die Zigarren hier. Ich möcht sie als führende Marken ansehen, das Beste was hier zu haben ist, und ich seh einen glücklichen Umstand darin, daß das Bier kein Bier ist und die Zigarre keine Zigarre, denn wenn da zufällig keine Übereinstimmung bestände, war das Restaurant kaum zu führen. Ich nehm an, daß der Kaffee auch kein Kaffee ist.

DER UNTERSETZTE :Wie meinen Sie das, glücklicher Umstand ?

DER GROSSE :Ich mein, das Gleichgewicht ist wieder hergestellt. Sie brauchen den Vergleich miteinander nicht zu scheun und können Seit an Seit die ganze Welt herausfordern, keiner von ihnen find einen bessern Freund, und ihre Zusammenkünfte verlaufen harmonisch. Anders, wenn der Kaffee z. B. ein Kaffee und nur das Bier kein Bier war, möchte die Welt leicht das Bier minderwertig schimpfen, und was dann ? Aber ich halt Sie von Ihrem Thema ab, dem Paß.

DER UNTERSETZTE :Das ist kein so glückliches Thema, daß ich mich nicht von ihm abhalten lassen möcht. Ich wunder mich nur, daß sie grad jetzt so aufs Zählen und Einregistrieren der Leut aus sind, als ob ihnen einer verloren gehen könnt, sonst sind sie jetzt doch nicht so. Aber sie müssen ganz genau wissen, daß man der und kein anderer ist, als obs nicht völlig gleich war, wens verhungern lassen.

LE GRAND : Cette bière n’est pas de la bière, mais les cigares non plus ne sont pas des cigares, ça s’équilibre ; par contre, pour y entrer dans ce pays, il vous faut un passeport qui soit un passeport.

LE TRAPU : Le passeport est la partie la plus noble de l’homme. D’ailleurs, un passeport ne se fabrique pas aussi simplement qu’un homme. On peut faire un homme n’importe où, le plus distraitement du monde et sans motif raisonnable ; un passeport, jamais. Aussi reconnaît-on la valeur d’un bon passeport, tandis que la valeur d’un homme, si grande qu’elle soit, n’est pas forcément reconnue.

LE GRAND : Disons que l’homme n’est que le véhicule matériel du passeport. On lui fourre le passeport dans la poche intérieure du veston, tout comme à la banque, on met un paquet d’actions dans un coffre-fort. En soi, le coffre n’a aucune valeur, mais il contient des objets de valeur.

LE TRAPU : Et pourtant on pourrait soutenir qu’à certains égards l’homme est indispensable au passeport. Sans homme qui aille avec, pas de passeport possible ou, en tout cas, il lui manquerait quelque chose. Non ce qui m’étonne un peu, c’est qu’ils aient pris subitement la manie de compter les gens et de les enregistrer, comme s’ils avaient peur d’en perdre : d’habitude ils ne sont pas comme ça. Mais voilà : ils tiennent à savoir très exactement qu’on est bien X et non pas Y, comme si ça avait la moindre importance de savoir qui laisser crever de faim.

Bertolt Brecht«  Flüchtlingsgespräche  »Gesammelte Werke in 20 Bänden chap. 1 : Über Pässe / Über die Ebenbürtigkeit von Bier und Zigarre / Über die Ordnungsliebet. 14Prosa 4[1967 (1961)] Suhrkampp. 1383–1385trad. G. Badia et J. Baudrillard, L’Arche, 1965 (p. 9–13) dialogue exil frontière

feuchtwanger ici à dîner. sujet de conversation, à nouveau : hitler est-il un politicien bourgeois ? conception de feutchtwanger et de la plupart des adversaires d’hitler, hitler est un histrion totalement insignifiant que la reichswehr a engagé pour s’occuper de ses affaires. argument choc : le style c’est l’homme. pas de plan, pas d’idée originale, hostilité à l’égard de la pensée etc. pour ma part, hitler grand homme me convient tout à fait, i.e. il me semble urgent de réviser la notion bourgeoise de grand homme (donc de la grandeur bourgeoise, de ce qu’est ou de ce que peut être un grand politicien bourgeois), raison pour laquelle je suis prêt tout simplement à traiter hitler de grand politicien bourgeois – mais en dehors même de cela, la conception de feuchtwanger, qui n’est autre que la conception bourgeoise, ne me paraît judicieuse ni du point de vue de la propagande, ni du point de vue de l’histoire. on ne combat pas hitler en le présentant comme particulièrement incapable, comme une monstrueuse excroissance, un pervers et un charlatan, un cas spécialement pathologique, ni en lui opposant comme des modèles, des modèles inaccessibles, les autres politiciens bourgeois ; de même qu’on ne combat pas le fascisme en l’isolant de la bourgeoisie « saine » (reichswehr et industrie), afin de mieux l’éliminer « seul ». goûterait-on le personnage, s’il était « grand » ? – mais toute représentation théâtrale approfondie du phénomène me paraît également exclue, si par ex. on omet qu’il s’agit d’un phénomène vraiment national, d’un « volksführer », d’un politicien rusé, vivant, non conventionnel et original, et alors seulement sa corruption, son insuffisance, sa brutalité extrêmes etc. etc. entreront en jeu avec toute l’éfficacité voulue. la petite bourgeoisie, classe sans issue entre toutes, établit sa dictature à l’heure où le capitalisme connaît une situation entre toutes sans issue. cette dictature n’est qu’apparente dans la mesure où elle s’impose entre les classes qui se perpétuent, accentuant ainsi le poids « naturel » (le poids économique) de la grande bourgeoisie (les junkers), et ne gouverne pas « dans le sens » de la petite ; elle fait office de prête-main, de prête-poing, mais le poing a une relative autonomie ; l’industrie obtient son impérialisme, mais doit prendre celui qu’on lui donne, signé hitler. le pathologique est entièrement ici un phénomène de classe. La neurasthénie d’hitler est celle d’un receveur de postes. toute la visée, consciente est forcément pure idéologie, mauvais mythe, irréalisme. la bête, très malade, très dangereuse, très vigoureuse, pense avec précision dans le détail, s’exprime le plus habilement en s’exprimant confusément (le style, c’est la situation), elle agit brusquement, maladivement, « intuitivement », elle produit sans cesse des vertus faites de ripostes anticipées aux coups de l’ennemi. « tirer l’épée » peut sembler ridicule, contre les tories ce n’est pas ridicule, mais adéquat. l’antisémitisme non plus n’a rien d’« absurde », aussi répugnant soit-il. la nation opéra là sur le fantôme. la bourgeoisie, qui n’avait jamais eu l’hégémonie politique, créa ainsi un sentiment national (« contre les juifs » égalait « pour les frères sudètes »).

feuchtwanger zum abendessen hier, thema wieder ist hitler ein hampelmann ? f[euchtwanger] und der meisten hitlergegner konzeption, nach der h[itler] ein völlig unbedeutender mime ist, den die reichswehr engagiert hat, ihre geschäfte zu besorgen. hauptargument : der stil ist der mann, kein plan, keine originelle idee, feindschaft gegen denken usw. nun ganz abgesehen davon, daß hitler mir als großer mann durchaus willkommen ist, dh daß mir eine revision der bürgerlichen Vorstellung von großem mann (also von bürgerlicher große, von dem, was ein großer bürgerlicher politiker ist oder sein kann) akut zu sein scheint, weshalb ich ohne weiteres bereit bin, H [itler] als großen bürgerlichen politiker zu behandeln — scheint mir die feuchtwangersche konzeption, die eben die bürgerliche ist, weder vom propagandistischen noch vom historischen Standpunkt aus sinnvoll, man bekämpft hitler nicht, wenn man ihn als besonders unfähig, als auswuchs, perversität, humbug, speziell pathologischen fall hinstellt und ihm die andern bürgerlichen politiker als muster, unerreichte muster, vorhält ; wie man ja auch den faschismus nicht bekämpfen kann, wenn man ihn vom >gesunden< bürgertum (reichswehr und industrie) isolieren und >allein< beseitigen will, würde man ihn goutieren, wenn er >groß< wäre ? – aber auch eine tiefgreifende dramatische darstellung zb scheint mir nicht möglich, wenn übersehen wird, daß er eine wirklich nationale erscheinung, ein >volksführer<, ist, ein schlauer, vitaler, unkonventioneller und origineller politiker, und seine äußerste korruptheit, Unzulänglichkeit, brutahtät usw kommen erst dann wirkungsvoll ins spiel, die auswegloseste aller klassen, das kleinbiirgertum, etabliert sich diktatorisch in der ausweglosesten Situation des kapitalismus. die diktatur ist nur insofern scheinbar, als sie sich zwischen den weiterbestehenden klassen durchsetzt, so das >natürliche< (ökonomische) gewicht des großbürgertums (junkertums) zur verschärften geltung bringt und nicht >im sinn< des kleinbürgertums regiert ; es ist hand langertum, faustlangertum, aber die faust hat eine gewisse Selbständigkeit ; die Industrie bekommt ihren Imperialismus, aber sie muß ihn nehmen, wie sie ihn bekommt, den hitlerschen. das pathologische ist etwas durchaus klassenmäßiges, hitlers neurasthenie ist die neurasthenie des postsekretärs. alles zielhafte ist notgedrungen pure ideologie, schlechter mythos, unreal, die bestie, sehr krank, sehr gefährlich, sehr stark, denkt scharf im detail, drückt sich am schlauesten aus, wenn sie sich verworren ausdrückt (der stil ist die Situation), handelt sprunghaft, krankhaft, >intuitiv<, produziert dauernd fügenden, die aus not gemacht sind, die berühmten >stöße< sind lauter gegenstöße zu anti [zijpierten stoßen der feinde. >das schwert zu ziehen< mag lächerlich sein, gegen die tories ist es nicht lächerlich, sondern adäquat, der antisemitismus ist ebenfalls nichts »sinnloses«, wenn er auch etwas abscheuliches ist. die nation operierte da am phantom. das bürgertum, das die politische herrschaft nie bekommen hatte, schuf so ein nationalgefühl (»gegen die juden< war »für die sudetenbrüder<).

Bertolt BrechtJournal de travail[Arbeitsjournal, vol. 1, Suhrkamp, 1973, p. 381–382] ⋅ trad. Philippe Ivernel L’arche1976p. 252–25328.2.42 grand homme grandeur hitler if you see a tory in the street cut his throat pantin style tory trump

Haben Sie sich überlegt, ob der Herr Zweite Staatsanwalt nicht nur einfach Ihre Stellung haben will und Sie zu diesem Zweck hereinlegt ? Das hört man jetzt viel. — Nehmen wir doch mal an, Herr Amtsrichter, Sie bescheinigen dem Juden seine Unschuld. Er hat nicht die Bohne provoziert. War gar nicht zur Stelle. Bekam sein Loch im Hinterkopf rein zufällig, bei einer Rauferei zwischen anderen Personen. Kehrt also nach einiger Zeit ins Geschäft zurück. Der Stau kann ihn da gar nicht hindern. Und das Geschäft ist um elftausend Mark geschädigt. Das ist jetzt aber eine Schädigung des Stau mit, denn der kann ja jetzt die elftausend Emm nicht von dem Arndt verlangen. Also wird der Stau, wie ich die Type kenne, sich an den Sturm halten wegen seiner Preziosen. Er geht natürlich nicht selber hin, da er als Kompagnon eines Juden ein Judenknecht ist. Aber er wird schon Leute an der Hand haben. Dann heißt es, daß die SA in nationaler Erregung Schmuckstücke klaut. Was dann die vom Sturm von Ihrem Urteil halten werden, können Sie sich ausmalen. Der einfache Mann kann es sowieso nicht verstehen. Denn wieso kann im Dritten Reich ein Jude gegen die SA recht behalten ?

Vous êtes-vous demandé si Monsieur le Procureur ne voulait pas tout simplement votre place, et si dans ce but il ne cherchait pas Il vous perdre ? Cela se fait beaucoup en ce moment… Supposons, Monsieur le Président, que vous déclariez le Juif innocent. Il n’a pas provoqué. N’était même pas là. A eu la nuque trouée par pur hasard, au cours d’une bagarre entre d’autres personnes. Revient donc, dans quelque temps, au magasin. Stau ne peut l’en empêcher. Mais le magasin a perdu onze mille marks. Et c’est une perte que doit partager Stau, maintenant qu’il ne peut plus réclamer cet argent à Weihl. Alors, tel que je le connais, Stau va s’en prendre à la section au sujet des fameux bijoux. Naturellement, il n’agira pas lui-même. En tant qu’associé d’un Juif, il passerait pour un domestique. Mais il aura des gens sous la main. On dira donc que des S.A. sous le coup d’une émotion nationale ont barboté des bijoux. Ce que la section pensera alors de votre verdict, vous pouvez l’imaginer… De toute manière, ce verdict, l’homme de la rue ne le comprendra pas. Car enfin, dans le IIIe Reich, comment un Juif peut-il avoir raison contre les S.A. ?

Bertolt BrechtFurcht und Elend des Dritten Reiches Suhrkamp1967p. 1114 [FR. : Grand-peur et misère du IIIe Reich, L’Arche, 1955, p.48, trad. M. Regnaut, A. Steiger] antisémitisme brecht nationalisme nazisme théâtre

Nous examinons quelques-unes de ces propositions-à-la-tu-peux-tu-dois, relatives au comportement social, qui proviennent d’éthiques anciennes (il n’a pas été facile de lui imposer ce pluriel), ou du moins qui se présentent en elles. Finalement je lui soumets une formule pratique. Dans l’intérêt de la lutte de classe, il convient de transformer les propositions-à-la-tu-peux-tu-dois, incluant un « espèce de porc ! », en propositions incluant un « espèce de bœuf ! ». Celles qui ne se prêtent pas à l’opération sont à éliminer. Exemple : la proposition « tu ne dois pas coucher avec ta mère » était jadis une proposition du type « espèce de bœuf ! », car dans la société antérieure elle renvoyait à une violente perturbation des rapports de propriété et de production. De ce point de vue, elle n’est plus aujourd’hui du type « espèce de bœuf », mais seulement encore du type « espèce de porc ! » au fond, elle est donc bonne à mettre au rebut. Cependant, à la rigueur, le prolétariat en lutte pourra s’en resservir comme proposition du type « espèce de bœuf », et à peu près sous cette forme : « espèce de bœuf, tu ne dois pas coucher avec ta mère, parce que tes camarades de combat ont des préjugés sur ce point et que du même coup ton combat risquerait d’en souffrir, et parce que, par ailleurs, les tribunaux te feraient incarcérer. » On s’aperçoit vite de la relative immoralité de ces formulations, due à leur inobjectivité particulière, qui répugne au moraliste. La raison en est évidemment que l’objet, à partir duquel on pourrait argumenter, a disparu (les rapports de propriété et de production) et que désormais la « chose » est simplement devenue de l’éthique.

wir untersuchen einige dieser soll- und darf-sätze, gesellschaftliches verhalten betreffend, die aus alten ethiken (ihm den plural aufzuzwingen war schwer) stammen oder in ihnen jedenfalls vorkommen. am schluss schlage ich ihm eine praktische formel vor. im interesse des klassenkampfs sind vorkommende soll- und darf-sätze, die ein ’du schwein’ enthalten, zu verwandeln in sätze, die ein ’du ochs’ enthalten. Sätze, welche ein ’du schwein’ enthalten und nicht in ’du ochs’-sätze überführt werden können, müssen ausgeschaltet werden. beispiel : der satz ’du sollst nicht mit deiner mutter schlafen’ war einst ein ’du-ochs’-satz, denn in einer frühen gesellschaftsordnung bedeutete er große verwirrung in den besitz- und produktionsbedingungen. was das betrifft, ist er heute kein ’du ochs’-satz mehr, nur noch ein ’du schwein’-satz. im grunde müsste also der satz fallengelassen werden.

Bertolt BrechtJournal de travail[Arbeitsjournal, Suhrkamp, 1973] ⋅ trad. Philippe Ivernel L’arche1976p. 58–5915.1.40 boeuf éthique impératif inceste lutte des classes morale ordre moral porc

j’avais envoyé au READER’S DIGEST (tirage 3 millions 1/2 environ) quelque chose sur hitler pour la série « le caractère le plus inoubliable que j’aie rencontré ». cela me revint promptement. feuchtwanger rapporte que même thomas mann, même werfel très en vogue ici se sont vu retourner leurs contributions. le magazine met une demi-douzaine d’experts sur les envois. l’un vérifie uniquement si la chose est bien marron, un deuxième si elle pue bien, un troisième si elle ne contient pas aussi des fragments solides etc. ainsi vérifie-t-on sévèrement si c’est bien de la merde avant de la prendre. (l’expert en suspense, l’expert en caractères, l’expert en « réalités vivantes » etc.)

ich hatte READERS DIGEST (auflage etwa 3V2 millionen) zu ihrer serie >mein unvergeßlichster charakter< etwas über hitler eingeschickt. es kam prompt zurück, feuchtwanger berichtet, daß auch thomas mann und der hier sehr erfolgreiche werfel ihre beiträge zurückerhielten, das magazin setzt ein halbes dutzend experten an die einsendungen. einer prüft nur, ob das ding auch braun ist, ein zweiter, ob es auch stinkt, ein dritter, ob es auch nicht feste brocken enthält usw. so streng wird es geprüft, ob es auch scheiße ist, bevor es genommen wird, (expert für Spannung, expert für Charakterisierung, expert für >lebensnähe< usw.)

Bertolt BrechtJournal de travail[Arbeitsjournal, Suhrkamp, 1973, p. 420] ⋅ trad. Philippe Ivernel L’arche197621.4.42, trad. lég. modifiée

kortner raconte qu’un comique viennois, arrivant à new york, a baisé la terre devant les photographes de presse. il n’y a pas de quoi s’offusquer, dit kortner. ça ne signifie rien de plus que : « baise la terre ».

kortner erzählt, wie ein wiener komiker, in new york ankommend, vor den pressefotografen die erde küßt, das darf einen nicht stören, sagt kortner. es bedeutet nur : « küß die erde. »

Bertolt BrechtJournal de travail[Arbeitsjournal, Suhrkamp, 1973, p. 425] ⋅ trad. Philippe Ivernel L’arche1976p. 27726.4.42 baise brecht comique

Selon Benjamin, Freud estimerait que la sexualité est vouée à dépérir un jour. Notre bourgeoisie estime représenter l’humanité. Lorsque l’aristocratie perdit la tête, elle garda au moins sa queue. La bourgeoisie, pour sa part, a réussi à ruiner jusqu’à la sexualité. Je suis en train d’aider Ruth à terminer un volume de nouvelles intitulé TOUT ANIMAL PEUT. 70% des femmes seraient frigides. Nous tenons de bons titres (HATE EST LE NOM DU VENT, qui fait chuter l’échafaudage. TOUS LES CHEVAUX DU ROI ET TOUS LES HOMMES DU ROI. Puis SERVICE etc.) Improductivité de la technique. L’orgasme comme coup de chance. [der orgasmus als glücksfall]

Bertolt BrechtJournal de travail L’arche1976p. 1813.8.38 benjamin bourgeoisie chance freud orgasme sexualité

nous les allemands, nous avons un matérialisme dépourvu de sensualité. l’« esprit » cehz nous médite invariablement sur l’esprit. les corps et les objets restent, eux, sans esprit. dans les chansons à boire allemandes il n’est question que des effets spirituels du vin, même dans les plus vulgaires. rien ne filtre de l’odeur des cuves. le monde pour nous n’a pas de saveur. dans l’amour, nous avons introduit une sorte de bonhomie, le plaisir sexuel a pour nous quelque chose de banal. si nous parlons goût, nous pensons encore à des données purement spirituelles, la langue est depuis longtemps hors jeu, c’est un vague sens des harmonisations. notez aussi cette locution « purement spirituel ». chez nous, l’esprit se souille immédiatement quand il touche à la matière. la matière, pour nous allemands, c’est plus ou moins de la merde. dans notre littérature se ressent partout cette méfiance envers la vitalité du corps. nos héros cultivent la sociabilité, mais ne mangent pas ; nos femmes ont des sentiments, mais pas de cul, en revanche nos vieillards parlent haut comme s’ils avaient encore toutes leurs dents.

Bertolt BrechtJournal de travail[Arbeitsjournal, Suhrkamp, 1973] ⋅ trad. Philippe Ivernel L’arche1976p. 17–1812.8.38

GRAND-PEUR ET MISÈRE DU TROISIÈME REICH est maintenant parti à l’impression. déjà, Lukàcs a salué LE MOUCHARD comme si j’étais un pécheur rentré dans le giron de l’armée du salut. voilà enfin qui est pris à même la vie ! on oublie vite qu’ils s’agit d’un montage de 27 scènes, d’un simple répertoire de gestes, se taire, inspecter autour de soi, sursauter d’effroi, etc.

Bertolt BrechtJournal de travail[Arbeitsjournal, Suhrkamp, 1973] ⋅ trad. Philippe Ivernel L’arche1976p. 1915.8.38 gestuaire lukacs peur