• Carl Gustav Jochmann ⋅ Die Rückschritte der Poesie 23 11 14

    Hält jene auf dem Wege zur Wahrheit mit allen übri­gen Anlagen und Fähigkeiten des Geistes glei­chen Schritt, so fliegt hin­ge­gen der Dichtergeist, ein ewi­ger Zeuge, aber ein täu­schen­der Beruhiger des unver­tilg­ba­ren Triebes nach Erkenntnis, den jene lang­sa­mer aber daue­rhaf­ter zu befrie­di­gen bes­timmt sind, ihnen allen um so wei­ter voraus, mit je größe­ren Schwierigkeiten sie noch zu kämp­fen haben, und je müh­se­li­ger sie sich Bahn brechen.…

  • Carl Gustav Jochmann ⋅ Die Rückschritte der Poesie

    abges­chlos­se­ner Umfang des Ganzen erken­nen ließ, und die, noch weni­ger an ein bes­timmtes Erinnerungszeichen geknüpft, sich unter dem wei­ter­bil­den­den Einflusse, nicht etwa nur einer sam­meln­den Gelehrsamkeit, son­dern des näm­li­chen Dichtergeistes, der sie ges­chaf­fen hatte, fortp­flanzte. Tatsachen oder Beobachtungen, die ein poe­tisches Gewand anfän­glich nur leicht umhüllte, ents­tell­ten und ver­bar­gen die Oberladungen der aus­schmü­cken­den Folgezeit.…

  • Carl Gustav Jochmann ⋅ Die Rückschritte der Poesie

    Eine verän­derte, man dürfte sagen, eine vere­delte Richtung des Dichtergeistes, vermöge deren er aus einer Außenwelt, in wel­cher es nur, so lang er sich selbst und andre täu­schen konnte, Wahrheit für ihn zu geben schien, zu sei­nem eigent­li­chen Wirkungskreise zurü­ck­kehrt, um in die­sem, um in der inne­ren Welt des Gemütes den gan­zen Umfang jener schöp­fe­ri­schen Machtfülle zu offenbaren.…